Lungenkrebs gehört weltweit zu den häufigsten und tödlichsten Krebsarten. Wird er jedoch frühzeitig erkannt, kann er besser behandelt werden, und die Heilungschancen erhöhen sich deutlich. Diesem Zweck dient die Vorsorgeuntersuchung, die auch als nationales Screening bezeichnet wird.
Weshalb sollte eine Lungenkrebsvorsorge eingeführt werden?
In 70 % der Fälle wird Lungenkrebs erst in einem fortgeschrittenen Stadium erkannt, was die Behandlung erschwert und die Überlebenschancen verringert. Im Gegensatz zu anderen Krebsarten (Brustkrebs, Darmkrebs usw.) gibt es bis in das Jahr 2025 noch kein systematisches Screening. Doch in Luxemburg wird derzeit ein gezieltes Screening-Programm für Risikogruppen ausgearbeitet.
Worin besteht das Ziel? Das Erkennen einer Krebserkrankung vor dem Auftreten der ersten Symptome, während sie sich noch im Frühstadium befindet und leichter behandelt werden kann.
Für wen ist dieses organisierte Screening-Programm bestimmt?
Man empfiehlt das Lungenkrebsscreening vorrangig Personen, die ein erhöhtes Risiko aufweisen, die Krankheit zu entwickeln. Dazu gehören insbesondere:
- aktive Raucher und ehemalige Raucher, die viel geraucht haben (ausgedrückt in „Packungsjahren“, z. B. 20 Packungsjahre bei einem Konsum von 2 Zigarettenpackungen pro Tag über einen Zeitraum von 10 Jahren)
- Menschen im Alter zwischen 50 und 80 Jahren, da das Risiko mit zunehmendem Alter steigt
- Menschen, die Giftstoffen ausgesetzt sind (Asbest, Luftverschmutzung, Radon)
- in bestimmten Fällen, wenn in der Familie frühzeitige Lungenkrebserkrankungen bekannt sind
Wie läuft das Screening ab?
Die Lungenkrebsvorsorge beruht auf einer einfachen und nicht invasiven Untersuchungsmethode:
Computertomographie der Brust mit niedriger Strahlendosis (Low-Dose-CT): Dabei können bei minimaler Strahlenexposition eventuelle Auffälligkeiten in der Lunge ermittelt werden.
Wird eine Auffälligkeit entdeckt, verordnet der Pneumologe ergänzende Untersuchungen, die für eine präzise Diagnose erforderlich sind, oder organisiert gemeinsam mit Ihnen eine Verlaufskontrolle.
Welche Vorteile bietet die Früherkennung?
- Eine Diagnose im Frühstadium: Sie ermöglicht eine effizientere Behandlung und erhöht die Heilungschancen.
- Eine weniger belastende Behandlung: Wenn die Krebserkrankung frühzeitig erkannt wird, kann ein chirurgischer Eingriff ausreichen, sodass dem Patienten die Chemotherapie oder Strahlentherapie erspart bleibt.
- Verringerung der Mortalität: Studien zeigen, dass die Früherkennung durch ein Low-Dose-CT-Verfahren die lungenkrebsbedingte Mortalität um etwa 20 % senkt.
Worin bestehen die Herausforderungen des Screenings?
- Risiko falsch positiver Ergebnisse: Auffälligkeiten, die nicht krebsartig sind und zusätzliche Untersuchungen erfordern, können entdeckt werden.
- Das Screening beseitigt nicht das Risiko: Auch eine Vorsorgeuntersuchung ändert nichts daran, dass die Einstellung des Tabakkonsums die beste Prävention gegen Lungenkrebs darstellt.