Das Therapieprogramm eines Kindes, das sich einem chirurgischen Eingriff unterziehen muss, beginnt in den Hôpitaux Robert Schuman lange vor dem Operationstag. Sobald die Entscheidung für die Operation feststeht, werden das Kind und seine Eltern in jeder Phase begleitet: Vorgespräche, Vorbereitungsmaßnahmen, Aufnahme am Tag X, Eingriff, Rückkehr auf die Station oder in die Ambulanz. Das gesamte Programm ist ausgerichtet auf einen reibungslosen, transparenten und stressfreien Ablauf bis zur Entlassung mit klaren Anweisungen.
Ein Kind ist kein Erwachsener in Miniaturausgabe
Das Kind erlebt die Klinik aus seiner eigenen Perspektive und mit seinen individuellen Emotionen und Ängsten, die sich von der Gefühlswelt eines Erwachsenen unterscheiden. Die Anpassung des chirurgischen Therapieprogrammes an seine spezifischen Bedürfnisse verringert die Angst, fördert die Kooperationsbereitschaft und sorgt dafür, dass es diese Erfahrung in guter Erinnerung behält. Eine problematische Erfahrung kann nachhaltig prägen und wird häufig erst durch mehrere positive Erlebnisse ausgeglichen.
Die Vorbereitung beruht auf der Vorwegnahme und Erläuterung, wobei den Eltern eine zentrale Rolle zukommt. Eine aufrichtige, altersgemäße Kommunikation wird gefördert, um dem Kind das Gefühl einer aktiven Mitwirkung an seiner Therapie zu vermitteln. Videos, die das chirurgische Therapieprogramm des Kindes vorstellen, wurden zur Unterstützung der Familien entwickelt. Außerdem findet ein Vorgespräch in einem kinderfreundlichen Rahmen statt. Danach erhält jedes Kind eine Sammlung an erläuternden Dokumenten sowie ein Malbuch, die am Tag des Eingriffs mitgebracht werden sollen.
Die zentrale Rolle der Eltern
Die Eltern sind unverzichtbare Partner innerhalb des Therapieprogramms. Sie können ihr Kind bis zum Eingang des Operationstrakts begleiten, bei Bedarf zusammen mit seinem Kuscheltier, und für es da sein, sobald es im Aufwachraum zu sich kommt. Ihre Anwesenheit trägt zur Verringerung der Angst bei und gewährleistet eine beruhigende Kontinuität.
Eine Kulisse, die Wunder wirkt
Das pädiatrische Umfeld spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle: Farbenfrohe Räume, kinderfreundliche Beschilderung und eine Übernachtungsmöglichkeit für ein Elternteil. Nicht zuletzt stellen Spiele und Ablenkungen vollwertige therapeutische Instrumente dar. Spiele, Aktivitäten und kleine Belohnungen bieten dem Kind die Möglichkeit, seine Gefühle auszudrücken und seinen Klinikaufenthalt positiver zu erleben.