Jenilee, 36 Jahre, ist Patientin der Hôpitaux Robert Schuman, seit sie vor ein paar Monaten an ihrem Arbeitsplatz einen Herzinfarkt erlitten hat. Nach einer Koronarangiographie, einem Untersuchungsverfahren zur detaillierten Darstellung des Innenraums der drei Koronararterien, die das Herz mit Blut versorgen, meldete sie sich zu einem Rehabilitationsprogramm im Fachbereich Physiotherapie an.

Welche Symptome haben Sie bemerkt und zu welchem Zeitpunkt haben Sie sich entschieden, einen Arzt aufzusuchen?

Es begann mit einem Brustschmerz, der mich mitten in der Nacht weckte und 40 Minuten lang anhielt. Doch er verschwand ebenso schnell wie er gekommen war, und ich konnte am nächsten Morgen zur Arbeit gehen. Zwei Wochen später trat der Schmerz erneut auf, und ich wandte mich an die Notaufnahme einer Klinik in Frankreich. Weder bei der Ultraschalluntersuchung noch beim Bluttest wurden irgendwelche Auffälligkeiten festgestellt, abgesehen von leicht erhöhten Herzenzymen. Darauf folgte ein Termin bei meinem Kardiologen, der einen gastroösophagealen Reflux diagnostizierte. Deshalb nahm ich Gaviscon, bis zu dem Tag, an dem es nicht mehr ausreichte. Meiner Meinung nach wurde mein Herzinfarkt durch großen Stress ausgelöst.

Gibt es in Ihrer Vorgeschichte Anhaltspunkte für eine Herzerkrankung?

Im Alter von 18 Jahren unterzog ich mich aufgrund einer Krebserkrankung einer Strahlentherapie, und die auf die Herzgegend ausgerichteten Strahlen griffen mein Herz an. So lautet zumindest die heutige Theorie der Kardiologen.

Was empfanden Sie nach Ihrem Eingriff und Ihrer Behandlung in der Klinik?

Ich hatte große Angst, denn ich bin ausgebildete Pflegefachkraft, und wenn man sich plötzlich selbst auf der Patientenseite wiederfindet, vergisst man alles, was man in der Schule gelernt hat. Die Pflegefachkräfte und Pflegeassistent*innen erklärten mir die Koronarangiographie, und der Chirurg beantwortete alle meine Fragen. Ich hatte keine andere Wahl, als ihnen zu vertrauen und mich fallen zu lassen. Erleichtert stellte ich fest, dass alles gut verlaufen war. Der Eingriff erfolgt ausschließlich unter Lokalanästhesie, sodass ich alles beobachten und den Pflegefachkräften meine Fragen stellen konnte. Das hatte beinahe etwas Spielerisches!

Fühlten Sie sich vor dem Eingriff ausreichend aufgeklärt?

Ich denke, dass ich zum richtigen Zeitpunkt die erforderlichen Informationen erhalten habe. Am Morgen des Eingriffstages wusste ich, dass ich mich einer Koronarangiographie unterziehen würde, ohne die genaue Uhrzeit zu kennen, da die Zeitfenster bereits gut ausgefüllt waren. Die Versorgung im INCCI (Nationales Institut für Herzchirurgie und interventionelle Kardiologie) war wirklich super. Auch nach dem Eingriff konnte ich alle aufkommenden Fragen stellen.

Worin besteht der Nutzen dieses Eingriffs für Ihr Leben?

Dieser berüchtigte Brustschmerz, der sehr unangenehm war, und den ich nie einordnen konnte, ist vollkommen verschwunden. Seit dem Eingriff habe ich keine besonderen Symptome mehr, abgesehen von gelegentlichen Angstzuständen, doch dabei handelt es sich vermutlich um die Nachwirkung dieser für mein Alter einschneidenden Erfahrung. In einer solchen Situation muss man an sich selbst arbeiten, dann ändert sich das Leben von einem Augenblick zum anderen.

An welchem Rehabilitationsprogramm nehmen Sie teil?

Derzeit absolviere ich ein Programm mit 3 eineinhalbstündigen Einheiten pro Woche, die 35 Minuten Radfahren und Krafttraining für Arme und Beine zur Steigerung meiner Atemkapazität umfassen. Dazu muss ich erläutern, dass ich vor diesem Zwischenfall überhaupt nicht sportlich war, sodass ich viel Nachholbedarf habe! Als ein Mensch, der immer sofort Ergebnisse sehen will, musste ich mich beherrschen und in Geduld üben. Lange hatte ich den Eindruck, nicht voranzukommen, denn die Trainingsintensität änderte sich nicht. Doch wenn ich mir ins Gedächtnis rufe, woher ich komme und was ich schon erreicht habe, erkenne ich doch den erzielten Fortschritt.

Konnten Sie das Rehabilitationsprogramm problemlos in Ihr Leben einbeziehen?

Natürlich erforderte dieses Programm eine leichte Umstellung meines Alltags. Dauer und Häufigkeit der Termine werden nach und nach angepasst, und ich bin mit jedem neuen Angebot des Physiotherapeuten einverstanden, denn ich fühle mich noch nicht zur Wiederaufnahme eines normalen Lebens und einer selbstständigen Sportausübung in der Lage. Dank der Flexibilität meiner Arbeitgeber nehme ich an dem Programm „progressive Arbeitswiederaufnahme“ teil, sodass ich nur ein paar Stunden pro Woche arbeite. In gegenseitigem Einvernehmen haben wir beschlossen, dass ich an den Tagen, an denen die Rehabilitationstermine stattfinden, nicht arbeite. Wir werden meine Arbeitszeit später anpassen, wenn ich mehr Stunden arbeiten kann.

Würden Sie die postoperativen Rehabilitationsprogramme anderen Patienten empfehlen?

Absolut. Meiner Ansicht nach war es Glück im Unglück, dass ich an meinem Arbeitsplatz in Luxemburg erkrankte und nicht in Frankreich, wo die Nachfrage zu groß ist und die verfügbaren Plätze zu begrenzt sind. Vielleicht sind die luxemburgischen Einrichtungen besser organisiert. Meine Physiotherapeutin informierte mich auch über Selbsthilfe- und Sportgruppen. Der bloße Umstand, andere Patienten mit Herzerkrankungen zu treffen, und zu wissen, dass wir mehr oder weniger Ähnliches durchgemacht haben, wirkt beruhigend, vor allem während der Angstzustände.

Wie lauten Ihre Empfehlungen für Menschen, die sich einem kardiologischen Eingriff unterziehen müssen?

Sie sollten sich auf keinen Fall scheuen, alle ihre Fragen zu stellen, und das Pflegepersonal um Erläuterungen zu dem Eingriff zu bitten. Außerdem ist es wichtig, auf sich selbst zu hören und die eigenen Symptome und das Körperempfinden bewusst wahrzunehmen. Rückblickend denke ich, ich hätte meinem Körper mehr Aufmerksamkeit widmen, auf die ersten Symptome reagieren und mehr Untersuchungen einfordern müssen. Auch die Rehabilitation stellt einen wichtigen Schritt dar, der für mich unentbehrlich ist, sei es nur, um wieder Selbstvertrauen zu gewinnen und herauszufinden, inwiefern der Alltag umgestaltet werden muss. Die medikamentöse Behandlung allein kann nicht ausreichen. Es ist wichtig, Sport zu treiben und sich ein verlässliches Netzwerk aus Fachkräften aufzubauen. Selbstüberwindung – auf körperlicher und psychischer Ebene – kann sich nur positiv auswirken.

Dieser Erfahrungsbericht stammt aus der zweiten Ausgabe des Health Bells, deren Schwerpunktthema die Kardiologie ist.