Bei der Hämodialyse handelt es sich um ein extrakorporales Nierenersatzverfahren, das zum Einsatz kommt, wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten. Eine sogenannte „künstliche Niere“, die als Dialysator bezeichnet wird, filtert dabei außerhalb des Körpers Abfallstoffe und überschüssiges Wasser aus dem Blut.

Diese Maßnahme ist indiziert bei Patienten aller Altersgruppen mit lebensbedrohlicher Niereninsuffizienz. Da gesunde Nieren ununterbrochen arbeiten würden, muss die Hämodialyse in der Regel dreimal pro Woche stattfinden. Der Vorgang dauert ungefähr vier Stunden.

Ein strukturierter Tagesablauf

Im Dialysezentrum beginnt der Tag früh morgens mit der Vorbereitung der Geräte. Anschließend werden die Patienten nacheinander versorgt. Während der Dialysesitzung können sie sich ausruhen, fernsehen, eine Mahlzeit einnehmen und gelegentlich unter Anleitung eine körperliche Aktivität ausüben. Nach Behandlungsende erfolgt eine medizinische Beurteilung der Vitalparameter und des Allgemeinbefindens des Patienten. Die Versorgungsmaßnahmen reihen sich bis zum Abend in Form mehrerer Schichten aneinander. Zwischen den einzelnen Dialysesitzungen werden die Anlagen vollständig desinfiziert.

Abgesehen vom technischen Aspekt der Behandlung wird eine ganzheitliche Begleitung angeboten: Gespräche, psychologische Unterstützung, Spezialsprechstunden und Aktivitäten. Angesichts der langfristigen Behandlung entsteht zwischen den Patienten und den Pflegefachkräften ein stabiles Vertrauensverhältnis. Diese Beziehung ist von wesentlicher Bedeutung, aber zugleich emotional anstrengend, da sie sich meist jahrelang fortsetzt.

Ein Leben mit Dialyse birgt große Herausforderungen: Eine unheilbare Krankheit mit ungewissem Verlauf und die Abhängigkeit von einer Maschine. Diese Aspekte können Angstzustände auslösen. Um sie abzufangen, wird eine interdisziplinäre Betreuung angeboten: Aufklärung, therapeutische Schulung, psychologische Unterstützung und Einbeziehung der Angehörigen. Das Ziel besteht in der Anpassung der Behandlung an jeden einzelnen Patienten bei gleichzeitiger Bewahrung seiner Lebensqualität.

Durch die technische Weiterentwicklung der Geräte, Filter und Behandlungsverfahren haben sich Sicherheit und Komfort verbessert. Heutzutage besteht die größte Herausforderung darin, das richtige Gleichgewicht zwischen medizinischer Effizienz und Lebensqualität zu finden. Mithilfe einer einwandfreien Organisation können soziale Teilhabe und Lebensgewohnheiten aufrechterhalten und Reisen ermöglicht werden. Die Dialyse sollte auf keinen Fall Lebenspläne zunichtemachen.

Bestimmte Ursachen der Niereninsuffizienz können verhindert werden, insbesondere Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht oder die Anwendung nierenschädigender Arzneimittel. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Noch immer handelt es sich bei Niereninsuffizienz um eine schleichend verlaufende Krankheit, die oft spät erkannt wird, deshalb sind Prävention und Sensibilisierung besonders wichtig.

Selbst wenn die Dialyse den Alltag auf den Kopf stellt, zerstört sie nicht die Lebensqualität: Die Patienten werden niemals allein gelassen und können dank der Begleitung durch ihr Pflegeteam weiterhin das Leben genießen.