Seit ihrem 10. Lebensjahr lebt Louise mit einer autoimmunbedingten chronischen Niereninsuffizienz, die aufgrund des Vorhandenseins von Blut im Urin erkannt wurde. Da die familiäre Vorgeschichte keine Anhaltspunkte lieferte, ging eine langwierige Untersuchungsphase der Diagnose voraus, die schließlich durch eine Biopsie bestätigt wurde. Zeitnah wurde eine fachärztliche Begleitung in die Wege geleitet, und es erfolgte eine mehrjährige Kortikoidtherapie.
Als Kind und später als Jugendliche lernt Louise, mit der Erkrankung zurechtzukommen, während sie sich zugleich bemüht, ein möglichst normales Leben zu führen. Die Behandlungen führen zu starken Nebenwirkungen, doch in der Überzeugung, dass die mentale Einstellung den Krankheitsverlauf beeinflusst, entscheidet sie sich dafür, aktiv und optimistisch zu bleiben. Dank dieser Entschlossenheit lässt sich die Notwendigkeit der Dialyse lange hinauszögern, sodass sie die Schule und später das Studium abschließen und in den Beruf einsteigen kann.
Dennoch kennzeichnen zahlreiche Einschränkungen den Alltag: Strenge Diät, Müdigkeit, wiederkehrende Infektionen und der Blick der anderen. Im Jugendalter erschweren behandlungsbedingte körperliche Veränderungen die Schulzeit. Schließlich sucht Louise das offene Gespräche mit ihrem Umfeld und ihren Lehrern, um für ein besseres Verständnis ihrer Situation zu sorgen.
Als sie das 40. Lebensjahr vollendet hat, wird der Beginn der Dialyse angesichts des Krankheitsverlaufs unausweichlich. Daraufhin erlebt sie eine schwierige Phase, die durch regelmäßige kräftezehrende Behandlungstermine, strenge Ernährungsvorschriften und eine starke psychische Belastung gekennzeichnet ist. Außerdem beklagt sie die mitunter mangelnde Aufklärung der Patienten über die tatsächlichen Eigenschaften der Therapie und ihre Auswirkungen auf das Alltagsleben.
Nach einer mehrjährigen Dialysebehandlung unterzieht sich Louise 2025 in der Universitätsklinik Nancy einer Nierentransplantation. Dieser Schritt läutet einen deutlichen Wendepunkt ein, trotz der ununterbrochenen Wachsamkeit, der therapeutischen Immunsuppression und der täglichen Vorsichtsmaßnahmen zur Begrenzung der Infektionsrisiken, die das Leben nach der Transplantation erfordert.
Durch die Schilderung ihres Lebenswegs möchte Louise folgende Botschaft vermitteln: Zu den wichtigsten Voraussetzungen gehören eine einwandfreie Aufklärung ab Behandlungsbeginn, eine geeignete psychologische Betreuung, der Austausch mit anderen Patienten und vor allem die Unterstützung und Empathie der Pflegefachkräfte. Außerdem betont sie den Stellenwert des Optimismus und der Resilienz, dank derer es ihr gelang, die verschiedenen Phasen ihrer Erkrankung und die entsprechenden Herausforderungen zu bewältigen, ohne dass ihr Privat- und Berufsleben jemals aus den Fugen geraten wäre.