Sie haben sich entschieden, Ihre Zwillinge zu stillen, und nun kommen zahlreiche Fragen auf: Wie schaffe ich das? Kann ich meine Motivation langfristig aufrechterhalten? Muss ich externe Hilfe in Anspruch nehmen? Ist eine besondere Organisation erforderlich?

Diese Fragen sind berechtigt, und damit das Stillen Ihrer Zwillinge unter optimalen Bedingungen abläuft und langfristig gewährleistet ist, erteilen wir Ihnen nachfolgend ein paar hilfreiche Auskünfte.

Die erleichternden Faktoren:

  1. Die Motivation des Elternpaares bleibt eine der Grundvoraussetzungen.
  2. Das Merkblatt über die Laktation und das Stillen („Wie funktioniert das?“) ist eine wertvolle Quelle an Empfehlungen, auf die Sie bei Problemen zurückgreifen können.
  3. Praktische Unterstützung durch Verwandte und Freunde (Bügeln, Putzen, Einkaufen, Kochen usw.)
  4. Unterstützung durch den Partner, das familiäre Umfeld, Pflegekräfte der Entbindungs- und Säuglingsstation und außerhalb der Klinik, freiberufliche Stillberater und Pflegekräfte

 

Praktische Empfehlungen für die Zeit in der Entbindungsklinik und zuhause

  1. Das frühzeitige Stillen von zwei Babys zugleich

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Entsprechend der Lebensfähigkeit der Babys wird das Anlegen an die Brust mit Hautkontakt unmittelbar nach der Geburt dringend empfohlen.

Wenn dies aus einem bestimmten Grund aufgeschoben werden muss, kann die Laktation auch in Abwesenheit der Zwillinge (z. B. bei Verlegung der Babys auf die Neugeborenenstation) mithilfe einer Milchpumpe zügig in Gang gebracht werden.

Außerdem sollten Sie wissen, dass eine Frühgeburt, die bei Zwillingen ziemlich häufig vorkommt, eine ausgeprägtere Schläfrigkeit der Babys bewirkt, sodass die ruhigen Wachphasen kürzer ausfallen. Deshalb ist es wichtig, diese Augenblicke zu nutzen, um sie an die Brust zu legen, da das Saugen zu diesen Zeiten effizienter ist. Darüber hinaus empfehlen wir das Stillen mit Hautkontakt, weil es das Saugen erleichtert.

  1. Die Stillhäufigkeit

Am Anfang wird sehr häufig gestillt: 8 bis 12 Stillmahlzeiten innerhalb von 24 Stunden sind normal. Nach einer Weile nimmt die Häufigkeit rasch ab, um sich am Ende des ersten Monats bei 6 bis 8 Stillmahlzeiten innerhalb von 24 Stunden einzupendeln: Die Babys saugen effizienter, und es wird mehr Milch produziert.

  1. Bequeme Positionen einnehmen

Wenn Sie die verschiedenen Stillpositionen für Zwillinge kennen, sparen Sie Zeit und Energie, und Sie gewinnen an Selbstvertrauen. Es geht nicht um eine „richtige Position“, sondern um eine Position, die Ihnen Komfort und Ihren Babys Sicherheit bietet.

  1. Ein Baby nach dem anderen oder beide gleichzeitig?

Zwillinge müssen nicht gleichzeitig gestillt werden, zumal das aufwändig ist und nicht zu einer Verbesserung der Laktation beiträgt. Die Hauptsache besteht darin, dass beide Babys bei jedem Saugreflex gestillt werden. Auf diese Weise werden die Milchdrüsen über die benötigte Milchmenge „informiert“ und passen sich dem Bedarf Ihrer Kinder an.

  1. Der Stillschal

Der Stillschal stellt ein ergänzendes Hilfsmittel beim Stillen dar und fördert die Nähe zwischen Mutter und Kind.

  1. Um Ihr Alltagsleben zu vereinfachen, scheuen Sie sich nicht, Ihre Mutter, Schwiegermutter, Freundin oder eine andere nahestehende Person um Folgendes zu bitten:

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  • ab und zu für Sie zu kochen
  • Ihnen im Haushalt zu helfen (Putzen, Bügeln, usw.)
  • auf Ihre Babys aufzupassen, damit Sie sich entspannen oder einen Abend mit Ihrem Partner verbringen können
  • die Großen in die Schule zu bringen
  • die Einkäufe zu erledigen

Scheuen Sie sich nicht:

  • Besuche einzuschränken
  • sich zu den Kinderarztterminen, ins Einkaufszentrum usw. begleiten zu lassen

Die Organisation des Lebens mit Zwillingen ist nicht leicht, und damit alles optimal abläuft, sollten Sie Folgendes tun:

  • sich bereits während der Schwangerschaft informieren
  • sich vergewissern, dass Ihr Partner, Ihre Familie und Ihre Freunde ebenfalls informiert sind und bereit sind, Sie sowohl im praktischen als auch im psychologischen Sinn zu unterstützen
  • Ihren Aufenthalt in der Entbindungsklinik nutzen, um das Stillen einzuüben und die erforderlichen Kenntnisse zu erwerben, um es einschätzen zu können
  • sich nach Ansprechpartnern und Vereinen in Ihrer Nähe, die Sie bei Ihrem Vorhaben unterstützen können, erkundigen
  • sich selbst, Ihrem Körper und Ihren Babys Vertrauen schenken