HopitalKirchberg_Genou_Risqueoperatoire

Die Operationsrisiken, die sich dank des kontinuierlichen Fortschritts in allen Bereichen der Medizin verringern, werden wissenschaftlich ermittelt und vom Chirurgen und vom Anästhesisten erläutert. Mithilfe dieses umfassenden Wissens können zahlreiche Komplikationen im Voraus bedacht und vermieden werden.

Für den Patienten ist es wichtig, über die Operationsrisiken Bescheid zu wissen, damit er aktiv an seiner Behandlung mitwirken kann und in der Lage ist, ein unerwünschtes Ereignis selbst zu erkennen. Beim Vorgespräch nimmt sich der Chirurg Zeit, um Ihnen die Risiken zu erläutern, und anschließend legt er Ihnen das Einwilligungsformular zur Unterzeichnung vor.

Die häufigsten Komplikationen

Nach jedem chirurgischen Eingriff können bestimmte Komplikationen auftreten, es muss aber nicht zwangsläufig dazu kommen. Während Ihres Klinikaufenthalts werden Maßnahmen zur Prävention, Überwachung und Vermeidung dieser eventuellen Komplikationen ergriffen. Die nicht-ärztlichen und ärztlichen Gesundheitsfachkräfte informieren Sie über Präventionsmethoden und Anzeichen für Komplikationen.

Zu den häufigsten Komplikationen nach einer Knieoperation gehört Folgendes:

  • Eine Primärinfektion der Prothese (unter 1 %) entsteht nur, wenn die mikrobielle Vermehrung so schnell erfolgt, dass es dem Organismus nicht gelingt, sie mit den Möglichkeiten seiner eigenen Immunabwehr unter Kontrolle zu bringen. Bei diesen Krankheitserregern handelt es sich gewöhnlich um Bakterien. Umfangreiche Vorkehrungen werden getroffen, um Infektionen zu vermeiden und einschränkende Folgeerscheinungen zu verhindern.
  • Eine Sekundärinfektion der Prothese ist das Ergebnis einer Bakteriämie (sehr selten). Das heißt, sie entsteht, wenn Bakterien in den Blutkreislauf gelangen, z. B. bei einer Untersuchung oder Operation an der Blase oder am Darm oder bei einem Eingriff an den Zähnen usw.

Seien Sie wachsam bei Infektionen in anderen Körperregionen, wie z. B.:

  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Bronchitis
  • Zahnabszess
  • Harnwegsinfekt
  • eingewachsene Nägel (Zehen)

Teilen Sie Ihrem behandelnden Arzt immer mit, dass Sie eine Knieprothese tragen.

  • Ein postoperatives Hämatom ist häufig harmlos und löst sich einige Wochen nach der Operation von selbst auf. Zur Vorbeugung wird eine Redondrainage gelegt, damit das während des Eingriffs angesammelte Blut abgeleitet werden kann. In seltenen Fällen kann der Chirurg veranlasst sein, es zu abzupunktieren oder einen weiteren Eingriff durchzuführen, um es zu beseitigen.
  • Bei einer Thrombophlebitis des Beines handelt es sich meist um die Entzündung einer tiefen Vene, die durch die Bildung eines Gerinnsels, das als Thrombus bezeichnet wird, verschlossen oder verstopft wurde. Dieses Gerinnsel blockiert das Lumen der Vene vollständig oder teilweise. Lokale Symptome sind Rötungen, Schmerzen und/oder ein Anschwellen der Wade.

Zur Vermeidung dieses Risikos werden Präventionsmaßnahmen ergriffen, und die postoperative Überwachung gewährleistet die Erkennung der ersten Anzeichen. Zu den Präventionsmaßnahmen gehören z. B. das Tragen von Kompressionsstrümpfen und regelmäßige Übungen, zu denen Sie ab dem Folgetag des Eingriffs von Ihrem Physiotherapeuten angeleitet werden, in Kombination mit einer Antikoagulationstherapie (Einnahme von Gerinnungshemmern) über mehrere Wochen nach der Operation.

Über eine bestehende Vorerkrankung der Beinvenen, wie z. B. Krampfadern, oder eine Phlebitis in der Vorgeschichte, z. B. bei einer vorausgegangenen Entbindung oder einem früheren chirurgischen Eingriff, muss Ihr Arzt unbedingt informiert werden. Bei Bedarf verordnet er Ihnen eine präventive Behandlung.

  • Die Lungenembolie (sehr selten) ist eine schwere Komplikation infolge einer tiefen Venenthrombose. Dabei kommt es durch die Wanderung eines Blutgerinnsels zum Verschluss eines der Gefäßäste der Lungenschlagader. Bestimmte Anzeichen können mehr oder weniger intensiv auftreten:
    • Angstzustände
    • Schmerzen im unteren Brustkorb
    • Herzrasen
    • Atembeschwerden
    • Unwohlsein
  • Gefäß- und Nervenverletzungen. Bei der Operation kann es zu einer Streckung oder Verletzung von Nerven oder Blutgefäßen kommen.
  • CRPS (Complex Regional Pain Syndrome / komplexes regionales Schmerzsyndrom). Hierbei handelt es sich um ein ausgeprägtes Schmerzsyndrom, das die Muskeln und das Skelett betrifft.
  • Allergie (sehr, sehr selten). Es kann sein, dass Ihr Körper einen Bestandteil der Prothese oder einen Inhaltsstoff der Arzneimittel nicht verträgt, sodass eine Allergie ausgelöst wird.
  • Ossifikationen (Verknöcherungen) in der Prothesenumgebung, die die Beweglichkeit des Knies einschränken oder es sogar vollständig blockieren können, kommen viel seltener vor als bei der Hüftprothese. In der Regel sind sie sehr geringfügig und folglich asymptomatisch und werden größtenteils durch die Einnahme von Entzündungshemmern in den Tagen nach dem Eingriff vermieden. Allerdings sind diese Entzündungshemmer selbst nicht frei von Nebenwirkungen und führen trotz der gleichzeitigen Verabreichung magenschützender Arzneimittel mitunter zu schweren Komplikationen (Gastritis, Magengeschwür, gastrointestinale Blutung, Niereninsuffizienz, Allergie…).
  • Ein Riss der Patellarsehne, die die Patella mit dem Schienbein verbindet und die aktive Streckung des Knies ermöglicht.

Glossar

  • Unerwünschtes Ereignis: Unter unerwünschter Wirkung oder Nebenwirkung versteht man eine nicht angestrebte schädliche Reaktion infolge einer medikamentösen, chirurgischen, psychotherapeutischen oder sogar mechanischen Behandlung, die trotz Einhaltung der Verordnung eintritt.
  • Hämatom: Subkutane Blau- oder Schwarzfärbung infolge eines verletzungsbedingten Blutergusses.
  • Redondrainage: Ein Schlauch mit zahlreichen Öffnungen, der nach einem chirurgischem Eingriff im Inneren des Körpers gelegt wird. Dieser Schlauch ist mit einem Gerät verbunden, das die Sekretionen aus dem operierten Bereich (z. B. Blut) absaugt.
  • Tachykardie: Beschleunigung der Herzfrequenz
  • Patella: kleiner runder und flacher Knochen auf der Ventralseite des Knies
  • Tibia: Das Schienbein, das den Hauptknochen des Beins darstellt. Der zweite Beinknochen, die Fibula (Wadenbein), artikuliert nicht mit dem Kniegelenk.
  • Antikoagulationstherapie (Gerinnungshemmer): Arzneimittel zur Verringerung des Phlebitis- oder Thrombose-Risikos