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Nach einer eindeutigen Schmerzidentifikation muss eine medikamentöse Behandlung eingeleitet werden. In manchen Fällen ist der Einsatz von Arzneimitteln zur Schmerzbehandlung beim betagten Patienten unentbehrlich.

Schmerzbewertung und -behandlung beim alten Menschen:

Damit Schmerzen wirksam behandelt werden können, müssen sie bewertet werden. Zahlreiche Bewertungssysteme stehen zur Verfügung und ermöglichen entweder eine Selbstbewertung des Schmerzes durch den Patienten (VAS) oder eine Fremdbewertung (Doloplus– / Algoplus-Skala), d. h. eine Einschätzung durch einen Dritten. In der Geriatrie kommt die letztgenannte Bewertungsart sehr häufig zum Einsatz, weil die Patienten oftmals nicht in der Lage sind, ihre Schmerzen zu beschreiben.

Für die medikamentöse Schmerztherapie oder „Analgetika-Behandlung“ verwenden Ärzte die Arzneimittel des WHO-Stufenschemas, das einer zunehmenden „Wirkstärke“ der verschiedenen Moleküle entspricht.

Wie immer beginnt man beim betagten Patienten mit einer niedrigen Dosis, die allmählich gesteigert wird. Um nur einige Beispiele zu nennen: Paracetamol ist das meist verwendete Molekül der Stufe 1, Tramadol und Codein gehören zur Stufe 2 und Morphin ist das Spitzenpräparat der Stufe 3.

Um die schmerzstillende Wirkung zu verstärken, können zahlreiche Moleküle anderer Art eingesetzt werden: Antiepileptika, Antidepressiva, Cortison…

Während der Nozizeptorenschmerz normalerweise gut auf Analgetika anspricht, spricht der neuropathische Schmerz darauf schlechter an, was die Anwendung bestimmter Antiepileptika und/oder Antidepressiva rechtfertigt.

Auch nicht-medikamentöse Ansätze zur Unterstützung der Schmerzbehandlung stehen zur Verfügung: Physiotherapie, Sophrologie, Hypnose, Akupunktur…

In allen Fällen muss die Schmerzbehandlung eines alten Menschen anhand eines bio-psycho-sozialen Modells, das alle Dimensionen des Individuums berücksichtigt, geplant werden.

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Geriatrie: Besonderheiten der medizinischen Disziplin
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