Bei Kindern sind Schmerzen nie belanglos. Sie beeinflussen ihre Wahrnehmung der medizinischen Versorgung, des Klinikumfeldes und mitunter sogar der Pflegefachkräfte nicht nur unmittelbar, sondern auch langfristig. Eine Schmerzerfahrung kann lange Zeit im Gedächtnis bleiben, was der Schmerztherapie neben dem medizinischen Aspekt eine emotionale und ethische Bedeutung verleiht. Schmerzlinderung beschränkt sich nicht auf die Behandlung eines Symptoms: Zugleich geht es darum, Nervosität und Angstzuständen vorzubeugen, damit sich das Kind auf zukünftige Behandlungsmaßnahmen einlassen und eine positive Beziehung zum medizinischen Umfeld aufbauen kann.

Versorgung von Anfang an

In den Hôpitaux Robert Schuman werden Schmerzen ab der Ankunft des Kindes berücksichtigt, selbst wenn nicht immer alles vorhersehbar ist. Das Team achtet aufmerksam auf schmerzhafte oder angsteinflößende Situationen, nimmt diese ernst und passt die Versorgung unablässig anhand des Verhaltens des Kindes und der Informationen der Eltern an. Eine solche Behandlung erfolgt nicht punktuell: Sie beruht auf Beobachtung, Zuwendung und ständiger Flexibilität.

Die Schmerzbeurteilung stützt sich auf die klinische Beobachtung, die unverzichtbar ist bei Kleinkindern und Kindern, die ihre Schmerzen nicht verbal mitteilen können. Die Pflegefachkräfte beobachten das Verhalten, den Gesichtsausdruck, die Körperhaltung, Weinen und Unruhezustände. Die Skala EVENDOL, die von den Hôpitaux Robert Schuman für Kleinkinder entwickelt und in die deutsche und luxemburgische Sprache übersetzt wurde, bildet ein zentrales Instrument, kann aber die klinische Einschätzung und die Aufmerksamkeit gegenüber dem Kind und seinen Eltern nie ersetzen. Letztere kennen ihr Kind am besten, ergänzen den Blick der Pflegefachkräfte und tragen zu einer genaueren Beurteilung bei.

Verschiedene Methoden zur Schmerzlinderung

Schmerzen werden nicht ausschließlich medikamentös behandelt. Die Vorbereitung, eine kindgerechte Kommunikation, Ablenkung, Spiele und die Anwesenheit der Eltern stellen unverzichtbare therapeutische Mittel dar. Sie verringern die Angst, bieten dem Kind die Möglichkeit, zu verstehen, was geschehen wird, und eine gewisse Kontrolle über sein Erlebnis zurückzugewinnen. Die Klinikumgebung ist von entscheidender Bedeutung: Farbenfrohe, ansprechende Räume, die dem Kind vertraut sind, tragen zur Beruhigung und Linderung der empfundenen Schmerzen bei.

Betreuung des Kindes durch Fachkräfte

Die Versorgung vollzieht sich als Teamarbeit, an der sämtliche Fachkräfte, die zum Kind Kontakt haben, beteiligt sind. Stimmigkeit, die beruhigende Anwesenheit und die gewöhnlichen Tätigkeiten jedes Beteiligten tragen zur Geborgenheit und zum Wohlbefinden des Kindes bei. Interne Schulungen über Schmerzen, Hypnoanalgesie oder Berührungsmassage vermitteln den Teams konkrete Instrumente zur Verbesserung der Erfahrung stationär behandelter Kinder.