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Bei Ihnen selbst oder bei einem Ihrer Angehörigen ist eine Beeinträchtigung der Nierenfunktion aufgetreten?
Das Ziel dieses Merkblattes besteht darin, Sie über die mögliche Entwicklung Ihrer Krankheit unter Berücksichtigung Ihrer Befunde aufzuklären.

Die Nieren gelten als unauffällig und gesund, solange sie eine normale Filtrations- und Ausscheidungsleistung aufweisen und im Urin kein Blut und keine Proteine enthalten sind. Das Niveau der Filtrationsleistung hängt vom Alter ab, sowie von zahlreichen anderen Faktoren, die sich auf die Nierenfunktion auswirken können.

Eine chronische Niereninsuffizienz tritt auf, wenn Sie von einem fortschreitenden und anhaltenden Verlust Ihrer Nierenfunktion betroffen sind. Es gibt keine spezifische medikamentöse Behandlung, die diese Erkrankung heilen könnte, doch es ist möglich, ihr Fortschreiten hinauszuzögern.

 

Diagnose der Niereninsuffizienz: Die Blutuntersuchungen

Wenn die Nierenfunktion nachlässt, steigt der Kreatininwert* im Blut.

Darüber hinaus ist die Bewertung der glomerulären Filtrationsrate (GFR)* maßgeblich für die Erkennung der Niereninsuffizienz. Die glomeruläre Filtrationsrate wird durch die Messung der Kreatinin-Clearance des Blutes bestimmt. Ihre Berechnung erfolgt mithilfe einer Formel.

Je höher der Kreatininwert, desto geringer die glomeruläre Filtrationsrate.

 

Die fünf Stadien der Krankheit

Es kann passieren, dass die Nieren ihre Fähigkeit zur Filtration der Abfallstoffe aus dem Blut allmählich verlieren.

Der Entstehungsprozess der chronischen Niereninsuffizienz verläuft in 5 Stadien: Während der Stadien 1 bis 4 wird alles unternommen, um die Nierenfunktion zu erhalten. Im letzten Stadium stellen eine Dialysebehandlung oder eine Transplantation die einzigen Möglichkeiten zur Ersetzung der Nierenfunktion dar.

 

 

Zu welchem Zeitpunkt muss ein Nierenfacharzt aufgesucht werden?

Die Versorgung durch ein spezialisiertes Team trägt zur Verzögerung des Fortschreitens einer chronischen Niereninsuffizienz bei.

Eine solche Versorgung sollte spätestens im Stadium 3B einsetzen, wenn die GFR zwischen 30 und 44 ml/Minute liegt, d. h. zu einem Zeitpunkt, zu dem sich bereits eine mäßige chronische Niereninsuffizienz eingestellt hat.

Mehrere medizinische Fachzeitschriften haben bestätigt, dass sich die frühzeitige Inanspruchnahme eines Nierenfacharztes und eines Teams aus Fachpflegekräften (mehr als 6 Monate vor Aufnahme der Dialyse) im Gegensatz zu einem späten Behandlungsbeginn (weniger als 6 Monate vor Aufnahme der Dialyse) vorteilhaft auswirkt.

 

In den Hôpitaux Robert Schuman wird diese Versorgung von der Klinik für Nierenerkrankungen übernommen. Das Team besteht aus einem Nierenfacharzt, aus Pflegekräften mit Fachrichtung Nierenheilkunde, aus Ernährungsberaterinnen, Psychologen, Sozialarbeiterinnen und einer Pharmazeutin.

 

Glossar

  • Kreatinin: Es entsteht beim Abbau der Muskelproteine und wird von den Nieren ausgeschieden. Die Bestimmung des Kreatininwertes im Blut (oder der Kreatininämie) gibt Auskunft über die Nierenfunktion.
  • Glomeruläre Filtrationsrate (GFR): Indikator für die Nierenfunktion, der die von der Niere innerhalb eines bestimmten Zeitraumes gefilterte Flüssigkeitsmenge angibt.
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Niereninsuffizienz
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