Tabak stellt für das Gesundheitswesen ein ernsthaftes Problem dar, das uns alle betrifft, unabhängig davon, ob wir Raucher sind oder nicht, denn die schädlichen Auswirkungen des Zigarettenrauchs reichen weit über den eigentlichen Tabakgenuss hinaus. Deshalb spielen Präventionskampagnen eine entscheidende Rolle bei der Sensibilisierung der Bevölkerung für die Gefahren des Rauchens, ob es nun aktiv oder passiv stattfindet.
Aktivrauchen: eine Gefahr für den Raucher selbst
Aktivrauchen bezeichnet das direkte Rauchen einer Zigarette, Zigarre oder jeder sonstigen Verarbeitungsform von Tabak. Wenn ein Raucher den Rauch einatmet, belastet er seinen Organismus mit mehr als 7 000 Chemikalien, von denen mindestens 70 krebserregend sind.
Die gesundheitlichen Folgen sind wohlbekannt:
- Krebserkrankungen (Lunge, Kehlkopf, Harnblase, Bauchspeicheldrüse…)
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen (Herzinfarkt, Schlaganfall, Bluthochdruck…)
- Atemwegserkrankungen (COPD, Asthma…)
Tabak verkürzt nicht nur die Lebenserwartung, sondern schmälert auch die Lebensqualität: Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Hautalterung, körperlicher Abbau…
Passivrauchen: eine schleichende Gefahr
Passivrauchen betrifft alle Menschen, die dem Rauch anderer ausgesetzt sind. Ein Nichtraucher, der diesen Rauch einatmet, nimmt dieselben Giftstoffe auf wie der Raucher selbst, häufig, ohne sich dessen bewusst zu sein.
Die Risiken des Passivrauchens sind besonders besorgniserregend:
- Bei Kindern: Erhöhung der Anfälligkeit für HNO-Erkrankungen (Ohrenentzündung, Bronchitis) und Asthma und sogar des Risikos eines plötzlichen Kindstods
- Während der Schwangerschaft: Erhöhtes Risiko eines Aborts, einer Wachstumsverzögerung des Babys und einer Frühgeburt
- Bei Erwachsenen: Erhöhung des Herz-Kreislauf- und Lungenkrebsrisikos, selbst bei Personen, die niemals selbst geraucht haben
Der Nutzen von Präventionskampagnen
Angesichts dieser Gefahren erfüllen Präventionskampagnen wesentliche Aufgaben:
- Aufklärung über die Risiken des Tabakkonsums durch verständliche und überzeugende Botschaften
- Ermutigung zur Tabakentwöhnung durch das Angebot von Hilfsmitteln und einer medizinischen Begleitung
- Nichtraucherschutz durch Verschärfung der Rauchverbote an öffentlichen Orten und Sensibilisierung für Passivrauchen
Manche Kampagnen bedienen sich aussagekräftiger Erfahrungsberichte, schockierender Bilder oder alarmierender Zahlen, um bleibende Eindrücke zu erzeugen. Andere setzen auf positive Botschaften, indem sie die Vorteile der Tabakentwöhnung betonen: Bewahrung der Gesundheit, geringere Ausgaben, Verbesserung der Lebensqualität…
Eine gesellschaftliche Herausforderung
Die Bekämpfung des Tabakkonsums beruht nicht nur auf der Entschlossenheit von Einzelpersonen, sondern auch auf einer kollektiven Bewusstseinsbildung. Jede(r) kann auf seinen (ihren) Beitrag leisten:
- Verzicht auf das Rauchen bei Anwesenheit von Kindern oder schwangeren Frauen
- Ermutigung eines Angehörigen zur Tabakentwöhnung durch Unterstützung
- Bemühung um Informationen und Unterstützung von Sensibilisierungskampagnen
Tabak tötet. Auch Nichtraucher. Präventionskampagnen und eine allgemeine Bewusstseinsbildung dienen der Verringerung dieser Risiken und dem Schutz der Gesundheit aller.