Obwohl die chronischen Atemwegserkrankungen, wie z. B. Asthma, die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD*) oder das Lungenemphysem*, häufig vorkommen, ist das Wissen über sie unzureichend. Diese Erkrankungen betreffen die Lunge und die Atemwege und beeinträchtigen die Fähigkeit, normal zu atmen. Der folgende Überblick dient der Aufklärung über ihre Eigenschaften und die verfügbaren therapeutischen Ansätze.
Asthma: Eine reversible chronische Entzündung
Asthma ist eine chronische Atemwegserkrankung. Sie äußert sich in einer Entzündung der Bronchien, die zur Folge hat, dass diese auf verschiedene Reize, wie z. B. Allergene, Infektionen oder körperliche Anstrengung, überempfindlich reagieren. Diese Hyperreaktivität löst wiederkehrende Symptome aus: Husten, pfeifende Atemnebengeräusche (oder „Stridor“), Kurzatmigkeit und Engegefühl in der Brust.
Asthma zeichnet sich aus durch seine Reversibilität, die entweder spontan oder nach Verabreichung von Bronchodilatatoren* eintritt. Durch Umwelteinflüsse (Pollen, Schadstoffe) oder Atemwegsinfektionen können Exazerbationen ausgelöst werden. Eine effiziente Kontrolle beruht auf der Kombination aus Basistherapien, wie z. B. inhalative Glukokortikoide, und Akuttherapien, wie z. B. Bronchodilatatoren* mit kurzer Wirkdauer. Eine personalisierte Betreuung ist eine wesentliche Voraussetzung für die Begrenzung der Anfälle und die Verbesserung der Lebensqualität.
COPD: Eine allmählich fortschreitende und irreversible Obstruktion
COPD* ist eine Sammelbezeichnung für mehrere chronische Erkrankungen, zu denen das Lungenemphysem* und die chronische Bronchitis gehören. Diese Erkrankung ist gekennzeichnet durch eine dauerhafte Obstruktion der Atemwege, bedingt durch eine chronische Entzündung, die hauptsächlich auf Rauchen oder eine langfristige Schadstoffexposition zurückzuführen ist. Anders als bei Asthma ist die Obstruktion bei einer COPD in der Regel irreversibel.
Zu den Symptomen gehört ein chronischer Husten, der häufig mit Auswurf, zunehmender Kurzatmigkeit und einer Einschränkung der körperlichen Betätigung einhergeht. Von COPD* betroffene Patienten weisen häufige Exazerbationen auf, die mitunter schwer ausfallen und den Krankheitsverlauf verschlechtern.
Eine wesentliche Voraussetzung für die Behandlung ist Einstellung des Tabakkonsums, die entscheidend dazu beiträgt, das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten. Die medikamentöse Behandlung umfasst Bronchodilatatoren*, in bestimmten Fällen inhalative Glukokortikoide. Die Atemphysiotherapie, die zur Verbesserung der Ausdauer beiträgt und die Auswirkung der Symptome verringert, kann eine sinnvolle Ergänzung darstellen.
Lungenemphysem*: Eine spezifische Erkrankung der Lungenalveolen
Das Lungenemphysem*, das häufig gemeinsam mit der COPD* auftritt, ist gekennzeichnet durch eine Zerstörung der Lungenalveolen, der Strukturelemente, die für den Gasaustausch zwischen der Luft und dem Blut zuständig sind. Diese Zerstörung bewirkt eine Abnahme der Lungendehnbarkeit, die zur Folge hat, dass die Luft nicht aus der Lunge entweichen kann und die Atmungseffizienz verringert wird.
Patienten, die von einem Lungenemphysem* betroffen sind, leiden an Atemnot (Kurzatmigkeit), die häufig Einschränkungen bewirkt, und an einer erhöhten Müdigkeit. Mithilfe einer Röntgenaufnahme oder einer Thorax-CT können die emphysematösen Läsionen ermittelt werden, und Lungenfunktionstests bestätigen den Schweregrad der Erkrankung.
Die Behandlung des Lungenemphysems* knüpft an die COPD-Behandlung an: Einstellung des Tabakkonsums, Anwendung inhalativer Arzneimittel und Sauerstofftherapie bei schweren Formen. Neuere Ansätze, wie z. B. die Endobronchialklappen oder die chirurgische Lungenvolumenreduktion, können in bestimmten Fällen in Frage kommen.
Eine unverzichtbare, pneumologische Begleitung
Asthma, die COP*D und das Lungenemphysem* erfordern eine regelmäßige Begleitung und angemessene Behandlungsmethoden. Eine frühzeitige Diagnose und eine personalisierte Versorgung können das Fortschreiten der Atemwegserkrankungen aufhalten und die Lebensqualität der Patienten verbessern. Ihr Pneumologe klärt Sie über diese Erkrankungen auf und steht Ihnen bei ihrer täglichen Bewältigung zur Seite.
Bei Fragen oder Bedenken können Sie sich jederzeit an einen Spezialisten wenden. Eine vorausschauende Behandlung ist der Schlüssel zu einer erleichterten Atmung.
Lexikon
- Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Sie ist durch eine fortschreitende Verengung und eine dauerhafte Verstopfung der Atemwege und der Lunge gekennzeichnet, was zu Atembeschwerden führt.
- Emphysem: Eine Lungenerkrankung, bei der einige Lungenbläschen ständig überbläht bleiben.
- Bronchodilatatoren: Medikamente, die gegen die abnorme Verkrampfung der Muskeln in der Bronchialwand wirken. Sie werden auch bei Asthma eingesetzt und lindern die Symptome der COPD, insbesondere Atemnot. Je nach Fall werden sie inhalativ oder oral verabreicht.
- Expektoration: Das Abhusten von Sekreten aus den unteren Atemwegen.
- Dyspnoe: Atemnot oder erschwerte Atmung.