Bei der Chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD) handelt es sich um eine chronische Atemwegserkrankung, die allmählich die Lungenkapazität mindert und täglich die Atmung erschwert. Zur Beurteilung ihres Ausmaßes und entsprechenden Anpassung der Behandlung kommen verschiedene Untersuchungsverfahren der Lungenfunktionsdiagnostik zum Einsatz. Eine wesentliche Rolle spielen dabei die Spirometrie und die Ergometrie, die der Messung der Lungenfunktion und der Belastbarkeit dienen.
Spirometrie: eine Basisuntersuchung für die COPD-Diagnose
Die Spirometrie ist das maßgebliche Untersuchungsverfahren zur Beurteilung der Atemwegsobstruktion. Dieser Test besteht in der Messung der Luftvolumina, die nach einer tiefen Einatmung ausgeatmet werden können, sowie der entsprechenden Luftdurchflussraten.
Wie läuft die Untersuchung ab?
- Der Patient atmet in das Mundstück eines Spirometers.
- Um präzise Messwerte zu erzielen, sind mehrere Tests erforderlich.
- Ein Test kann unter dem Einfluss von Bronchodilatatoren durchgeführt werden, damit die Reversibilität der Obstruktion eingeschätzt werden kann.
Die wichtigsten Untersuchungsparameter:
- FEV1 (Forciertes exspiratorisches Volumen oder Einsekundenkapazität): die innerhalb einer Sekunde ausgeatmete Luftmenge
- FVC (Forcierte Vitalkapazität): Das Luftvolumen, das nach maximaler Einatmung insgesamt ausgeatmet werden kann
- FEV1-FVC-Verhältnis (rFEV1):
Ein Schlüsselindikator der Obstruktiven Lungenerkrankung
Eine deutliche Verringerung des FEV1 und des FEV1-FVC-Verhältnisses bestätigt die COPD-Diagnose und ermöglicht die Bestimmung des Schweregrads der Erkrankung.
Ergometrie: Beurteilung der Atemkapazität
Die Ergometrie ermöglicht die Analyse der Belastbarkeit und die Beurteilung der Auswirkung der COPD auf die körperliche Verfassung des Patienten. Um die Sicherheit des Patienten zu gewährleisten, werden diese Tests unter ärztlicher Aufsicht durchgeführt.
Üblicherweise kommen folgende Verfahren zum Einsatz:
- 6-Minuten-Gehtest (6MGT): Der Patient muss innerhalb von 6 Minuten zu Fuß die größtmögliche Strecke zurücklegen. Er dient der Beurteilung der Ausdauerleistung und der Kurzatmigkeit.
- Belastungstest des Herz-Lungen-Systems (VO2max): Diese Untersuchung erfolgt entweder auf dem Fahrradergometer oder auf dem Laufband und misst den Sauerstoffverbrauch und die Reaktion des Herzens und der Lunge auf die Belastung.
- Chair-Stand-up-Test: Dieses Verfahren ist hilfreich zur Beurteilung der Muskelkraft und der Ermüdung im Alltagsleben.
Auswertung und Nutzen der Tests
Die Analyse der Spirometrie- und Ergometrie-Befunde ermöglicht Folgendes:
- Eine präzise Diagnose sowie die Beurteilung des Schweregrads der COPD
- Die Abstimmung der Therapieverfahren (Bronchodilatatoren, Atemgymnastik, Sauerstofftherapie)
- Die Beobachtung des Krankheitsverlaufs und die Einleitung effizienter therapeutischer Maßnahmen
- Empfehlungen für eine Umstellung der Lebensweise, insbesondere in Bezug auf eine geeignete körperliche Betätigung
Die Untersuchungsverfahren der Lungenfunktionsdiagnostik, insbesondere die Spirometrie und die Ergometrie sind für die Diagnose und Behandlung einer COPD unverzichtbar. Sie ermöglichen eine entsprechende Anpassung der Therapie und eine Optimierung der Lebensqualität der Patienten, indem das Fortschreiten der Symptome aufgehalten und die Atemkapazität verbessert wird. Für die bestmögliche Bewältigung der Erkrankung sind eine engmaschige Beobachtung und eine multidisziplinäre Versorgung unverzichtbar.