Einführung

Die Entbindung

  • gilt als zweite Wehenphase
  • wird als Austreibungsphase bezeichnet
  • ist möglich, wenn:
    • die Muttermundsweite 10 cm erreicht hat
    • der Kopf des Babys in den Beckenausgang, der dem unteren Beckenteil entspricht, eingetreten ist.
  • wird vom Gynäkologen oder von der Hebamme unterstützt

Die Auswahl der Position

Zum Zeitpunkt der Entbindung können verschiedene Körperhaltungen eingenommen werden.

Die Auswahl der Position hängt von Ihren Vorlieben ab, aber auch von den medizinischen Anforderungen. Sie können vorher mit Ihrem Gynäkologen darüber sprechen.

Ebenso maßgeblich für diese Auswahl sind Ihr Geburtsplan und die bei der Geburtsvorbereitung erhaltenen Informationen.

Bei Periduralanästhesie wird in den meisten Fällen die Steinschnittlage angewandt.

Bei Kontraindikationen oder Komplikationen wird die endgültige Entscheidung vom medizinischen Fachpersonal getroffen.

Die möglichen Gebärpositionen

Die waagrechten Positionen

Die traditionelle Position, die sogenannte Steinschnittlage

Sie liegen auf dem Rücken, während die Rückenlehne des Bettes leicht erhöht ist. Die Beine befinden sich  auf den Halterungen.

Alternative: Sie liegen auf dem Rücken, während die Rückenlehne des Bettes leicht erhöht ist. Die Beine werden ohne Halterungen angezogen.

Die Seitenlage

Sie liegen auf der Seite, und ein einziges Bein wird mithilfe der Halterung abgespreizt.

Die Pseudo-Hängeposition

Sie liegen auf dem Rücken, die Beine befinden sich auf den Halterungen, und Sie klammen sich an ein Laken oder einen Schal, der um eine dritte Person gewickelt ist.

Die senkrechten Positionen

Die senkrechten Positionen werden seltener angewandt. Sie erfordern die Zustimmung des Gynäkologen.

  • Die sitzende Position

  • Der Vierfüßlerstand

  • Die Hocke

Das Pressen

Die Entbindung ist die Phase, die am meisten Energie erfordert.

Eine gute Position ist die Voraussetzung für effizientes Pressen.

 

Das Pressen erfolgt :

  • bei vollständiger Öffnung des Muttermundes, wenn das Baby in den Geburtskanal eingetreten ist
  • während der Kontraktion

 

Es gibt zwei Pressmethoden :

  • Methode „Angehaltener Atem“ oder „Atem anhalten – pressen“: Die am häufigsten eingesetzte Methode.
  • Methode „Verzögertes Ausatmen“, die ein Pressen durch Ausatmen darstellt.

Prinzip der Entbindung

Die Entbindung ist die Phase, die mit der vollständigen Öffnung des Muttermundes beginnt und mit der Geburt des Kindes endet.

Die Entbindung gliedert sich in 3 Abschnitte:

  • Eintritt in den Geburtskanal
  • Tiefertreten
  • Austritt

Das Baby tritt in das Becken ein. Es senkt sich durch den Geburtskanal. Nach und nach tritt der Kopf aus dem Damm aus, gefolgt von den Schultern und dem übrigen Körper.

Das Neugeborene wird der Mama auf den Bauch gelegt, sofern es keine unmittelbare Versorgung benötigt.

Die Nabelschnur wird vom Gynäkologen oder von der Hebamme abgeklemmt und vom Papa durchgeschnitten, wenn er dies wünscht.

Durchführung des Dammschnitts

Hierbei handelt es sich um eine Durchtrennung des Damms, die bei Bedarf unter Peridural- oder Lokalanästhesie durchgeführt wird. Der Dammschnitt wird zum Zeitpunkt der Entbindung nicht automatisch vorgenommen.

Der Dammschnitt dient zwei Zielen:

  • Vermeidung von Entbindungskomplikationen am Damm, indem er vor gravierenderen Verletzungen geschützt wird
  • Möglichkeit einer instrumentellen Geburtshilfe (Saugglocke, Geburtszange) bzw. der Beschleunigung des Austritts bei fetalem Distress

Die zum Nähen des Dammschnitts verwendeten Fäden sind resorbierbar.

Die Rolle der Hebamme

Die Hebamme gewährleistet die Überwachung der Mama und des Babys mithilfe klinischer und technischer Methoden, z. B. mithilfe des Monitorings, während der gesamten Wehenphase, einschließlich während der Entbindung und den darauf folgenden Stunden.

Die Aufgabe der Hebamme besteht in der Begleitung einer Mama bzw. eines Paares während der gesamten Wehenphase. Sie ist da, um zu einer Entbindung unter den bestmöglichen Umständen beizutragen.

Sie gehört zum medizinischen Fachkräfteteam: Gynäkologe, Kinderarzt, Anästhesist usw.